December 8, 2021
Blog Krankenschwester: Inkomplette Rückenmarksverletzung nach Lachgasanwendung

Blog Krankenschwester: Inkomplette Rückenmarksverletzung nach Lachgasanwendung

Ich lese den Einweisungsgrund für den nächsten Patienten, den ich aus der Notaufnahme abholen muss: “Eine inkomplette Rückenmarksverletzung als Folge von Lachgasgebrauch”. Wow, ich bin schockiert über diese unbekannte Komplikation. Unwissend durchforste ich Google und finde folgendes: Lachgas ist beliebt, weil es leicht und legal zu beschaffen ist. Es wird vom Anwender kaum als Droge gesehen, sondern als relativ harmlose Substanz”.

Eine Person in den Zwanzigern stellt sich in der Notaufnahme vor und klagt über Gefühls- und Kraftverlust; die Fingerspitzen fühlen sich taub an, ebenso die Beine, die bis zum Bauchnabel reichen. Der Patient hatte auch ein Kribbeln in den Händen, keine Kraft in den Beinen und keine Kontrolle über Stuhlgang oder Wasserlassen. Das Gangbild des Patienten ist durch einen wackeligen, sturzgefährdeten Gang gekennzeichnet. Der Neurologe stellt fest, dass das Rückenmark auf der Höhe von Thorax 12 geschädigt ist, was zu einer inkompletten Querschnittslähmung führt.

Ich kann das nicht nachvollziehen. Sie sind zwanzig Jahre alt! Die offensichtliche Ursache dafür ist der Einsatz von Lachgas. Das Lachgas hat die Wirkung von Vitamin B12 im Körper blockiert, und gerade dieses Vitamin sorgt für die richtige Funktion des Nervensystems.

Im Gespräch mit dem Patienten muss ich mich zurückhalten, nicht sofort die “Warum”-Frage zu stellen. Zuerst frage ich nach der Geschichte. Dann höre ich, dass das Leben dieser Patientin eigentlich ganz gut gelaufen ist. Der Patient begann einen Kurs in Pflege und Betreuung, beendete ihn aber nicht. Und von diesem Moment an begannen die Probleme. Falsche Freunde, die auch die Schule verlassen haben. Ohne Inhalt für den Tag, versuchte der Patient Lachgas, während er auf der Couch saß. Zunächst nur ein Ballon, aber bald wurden mehr eingesetzt.

Kurz vor der Aufnahme stellte sich heraus, dass dieser Patient jeden Tag hundert Luftballons zu sich genommen hatte. Die Symptome, die schon lange vorhanden waren, wurden ignoriert, bis es nicht mehr möglich war, aus dem Bett aufzustehen. Unvoreingenommen stelle ich immer noch meine brennende Frage: “Warum?” In aller Unschuld folgt die Antwort: “Ach, wir hatten eine sehr schöne Zeit, das wäre doch nicht so schlimm, oder? Dieser Patient hatte keine Ahnung, dass die Komplikationen so ernst sein könnten.

 

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