December 8, 2021
Primäre Anastomose dem Hartmann-Verfahren bei Patienten mit komplizierter Divertikulitis überlegen

Primäre Anastomose dem Hartmann-Verfahren bei Patienten mit komplizierter Divertikulitis überlegen

Nicht das Standardverfahren nach Hartmann, sondern die primäre Anastomose sollte bei Patienten mit komplizierter Divertikulitis mit eitriger (Hinchey Klasse III) oder fäkaler (Hinchey Klasse IV) Peritonitis bevorzugt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die LADIES-Studie, in der die beiden Verfahren verglichen wurden. Es würde eine grundlegende Änderung der derzeitigen klinischen Praxis darstellen, von der vor allem die Patienten profitieren könnten. Die Ergebnisse der Studie wurden in The Lancet Gastroenterology & Hepatology veröffentlicht.

Bei einer perforierten Divertikulitis mit eitriger oder fäkaler Peritonitis ist die Notoperation der Standard. In der Regel wird das Hartmann-Verfahren gewählt, bei dem nach Resektion des betroffenen Darmabschnitts ein Stoma angelegt wird. Mehrere Studien deuten jedoch darauf hin, dass eine Sigmaresektion gefolgt von einer primären Anastomose die gleiche postoperative Mortalität und Morbidität aufweist. Außerdem führt diese Operation mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einer Stomaresektion, was sich positiv auf die Lebensqualität der Patienten und die Kosten auswirkt.

Es gibt jedoch immer noch einen Mangel an qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Beweisen für die Wahl eines der beiden Verfahren, insbesondere in Bezug auf das stomafreie Überleben. Die LADIES-Studie hatte zum Ziel, diese Lücke zu schließen. Insgesamt 130 Patienten zwischen 18 und 85 Jahren mit komplizierter Divertikulitis mit eitriger (Hinchey-Klasse III; 93 Patienten) oder fäkaler (Hinchey-Klasse IV; 40 Patienten) wurden in die adjustierte Intention-to-treat-Population eingeschlossen. Sie unterzogen sich dem Hartmann-Verfahren (66 Patienten) oder der Sigmaresektion mit anschließender primärer Anastomose (64 Patienten). Der primäre Endpunkt war das stumpffreie Überleben nach 12 Monaten.

In der Gruppe der Patienten, die sich einer primären Anastomose unterzogen, war das stumpffreie Überleben nach 12 Monaten (95,6%) signifikant höher als in der Hartmann-Gruppe (71,7%; HR 2,79; p < 0,001). Morbidität und Mortalität nach diesem ersten Eingriff waren in beiden Gruppen ähnlich. In der Anastomose-Gruppe wurde bei 38 von 46 Patienten (83 %) das Stoma entfernt, verglichen mit 44 von 64 Patienten (68 %) in der Hartmann-Gruppe. Nach diesem Eingriff war die kurzfristige Gesamtmorbidität in der Hartmann-Gruppe signifikant höher (30%) als in der Anastomose-Gruppe (8%; p = 0,023). Darüber hinaus war das mediane Intervall zwischen der ersten Operation und der Stomaentfernung in der Anastomose-Gruppe signifikant kürzer (113,5 versus 133,0 Tage; p = 0,021).

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